Eine bessere Welt für nichts und wieder nichts

December 10th, 2009

Im Blog von Felix von Leitner1 bin ich über einen Link gestolpert, der mich positiv überrascht hat: History’s judgment on this generation. Das besondere daran ist, dass dieser Text Anfang dieser Woche als Editorial in 56 Zeitungen in 45 Ländern dieser Welt erschienen ist, übersetzt unter anderem auch in Russland und China.2

Ich finde das aus mehreren Gründen beeindruckend und wichtig. Zunächst mal schreiben sie völlig richtig:

The controversy over emails by British researchers that suggest they tried to suppress inconvenient data has muddied the waters but failed to dent the mass of evidence on which these predictions are based.

Zu gut deutsch: der kriminelle Versuch durch Einbruch in private Kommunikation eine weltweite Verschwörung zu belegen, ist an der überwältigen Menge an Belegen für die vom Menschen verursachte Erderwärmung gescheitert. Es ist wichtig, dass alle Medien, auch die traditionellen, dies als Fakt anerkennen und nicht weiter versuchen sogenannten Skeptikern eine Plattform für ihre Spinnereien zu bieten.

Außerdem bin ich überrascht, dass sich die als konservativ, rückständig und wenig anpassungsfähig verspotteten Zeitungen tatsächlich so gut koordinieren können, noch dazu über die Grenzen von Ländern und Kulturen hinweg. Hut ab!

Und zu guter letzt möchte ich noch einen Punkt anbringen, der in diesen Diskussionen häufig unterschlagen wird. Es ist eigentlich völlig unabhängig davon, ob es eine Erderwärmung gibt oder nicht, sinnvoll mit den vorhandenen Ressourcen sparsam und verantwortungsbewusst umzugehen! Dazu passt auch ein Cartoon ziemlich gut, den fefe die Tage in einem weiteren lesenswerten Beitrag verlinkt hat: What if it’s a big hoax and we create a better world for nothing?3

  1. für die anwesenden Geeks: fefe ;-) []
  2. Keine Ahnung, warum die Süddeutsche sich diese Mühe nicht gemacht hat. []
  3. sorry, hatte keine Zeit den Bildrechten nachzurecherchieren um das direkt einzubinden []

Seltsame Suchanfragen, Teil 2

December 1st, 2009
Dieser Eintrag ist Teil 2 von 2 in der Serie Seltsame Suchanfragen

In den wenigen Monaten seit Bestehen dieses Blogs habe ich hier diverse Themen abgehandelt. Das führt unter anderem dazu, dass zuweilen Leute auf der Seite landen, die interessante Suchanfragen bei Google stellen. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass die selben Leute wieder hier landen und nochmal Antworten auf die selben Fragen suchen, so möchte ich dennoch auf einige Anfragen eingehen, just for fun, wie der Engländer sagen würde und natürlich weil der erste Teil dieser Serie ein voller Erfolg war. ;-)

22.10.2009 – 03:01 Google: kleines rechtsfreies land

Mir ist keins bekannt. Was sollte man dort wollen? Steuern hinterziehen? Nazi-Webseiten hosten? Unliebsame Kontrahenten aus dem Weg schaffen? Nein danke, dann doch lieber Zivilisation!

30.10.2009 – 16:21 Google: muss der staat vor den bürgern geschützt werden

Nein. Der Staat sind die Bürger. Eine Trennung führt nur zu Desinteresse auf Bürgerseite und Abheben in nicht legitimierte Machtfantasien auf der anderen. Außerdem macht das den Sturm des Volkes auf staatliche Institutionen mit Fackel und Mistgabeln unnötig schwierig und das steht uns schließlich kurz bevor, wenn »die da oben« weiter so eine Scheiße bauen! ;-)

02.11.2009 – 20:05 Google: schweden halbes jahr hell
10.11.2009 – 13:48 Google: polarkreis 6 monate keine sonne
21.11.2009 – 19:47 Google: norwegen 6 monate dunkel
29.11.2009 – 18:24 Google: norwegen halbs jahr hell halbes jahr dunkel

Ok Freunde, Hand auf’s Herz, wer hat in der Schule in Geographie gepennt, als es um die Breitengrade ging? Das müsste so irgendwann zwischen der fünften und achten Klasse gewesen sein, wenn ich mich recht erinner. Achtung, jetzt aufpassen: Es ist nur am Nordpol ein halbes Jahr hell oder dunkel und das auch nur unter bestimmten Bedinungen! Je weiter man nach Süden kommt, desto kürzer wird dieser Zeitraum. Am Polarkreis, also in der Nähe von 67° nördlicher Breite, ist es nur noch eine einzige Nacht, wo die Sonne im Sommer nicht untergeht beziehungsweise nur ein Tag im Winter, wo sie nicht den Horizont übersteigt. Nähere Ausführungen dazu bitte in der allwissenden Müllhalde unter dem Stichwort Polarnacht nachschlagen und im Zweifelsfall mal Globus und Taschenlampe zur Hand nehmen und gucken, warum das so ist!

03.11.2009 – 20:17 Google: nescafe werbung klettern

Sowas gab es? Wenn ja: wann, wo und am besten einen Link dazu auf ein passendes Video in die Kommentare!

05.11.2009 – 16:39 Google: seltsame suchanfragen google

Ich sagte doch, dass die Leute solche Beiträge lesen wollen!

11.11.2009 – 06:57 Google: wie erklär ich meinen chef das ich unbezahlten urlaub braucht

War ganz einfach: »Du sag mal, ich seh keinen Sinn darin, hier über Weihnachten rumzuhocken und zu arbeiten. Ich würde gern schon am 15.12. zurück nach Deutschland fliegen. Kann ich den Rest des Jahres dann unbezahlt frei bekommen?« – »Na sicher, dann können wir am 15. sogar zusammen fliegen. Über die Feiertage haben sowieso alle Urlaub, das würde niemand hier von Dir erwarten, dass Du da arbeiten musst.«1

18.11.2009 – 21:35 Google: lustiges Käsebild

Mit Hut? Ich kann mir das gerade so gar nicht vorstellen. Und wozu braucht man sowas?

  1. Das lässt sich sicher super verallgemeinern … *muhahaha* []

Oslo in zwei Tagen

November 23rd, 2009

Nicht zu schaffen, viel zu wenig Zeit, nur Ausschnitte zu sammeln, ein paar Eindrücke mitzunehmen. Nachtzug hin im Sessel am Gang.

img_0051

Tag 1: Im Dunkeln angekommen. Langer Spaziergang zum Frühstück. Museum über harte Forscher und ihr Schiff (die Fram) besucht. Zwischendurch immer mal ein GeoCache. Freies WLAN wohin man schaut.

img_0089

Tag 2: Skulpturen angeschaut, viele Skulpturen, auch noch extra welche im Museum. Abends sehr gut gegessen, spät abends Privatvorstellung auf dem Theaterschiff.

img_0122

Abreise am Tag darauf noch vor dem Frühstück, lange Zugfahrt durch unbekannte, verschneite Landschaft. Fotos hochladen, Wochenende vorbei.

Also manche Tage …

November 10th, 2009

Nine eleven ist heute, also »unser« nine eleven, der1 geschichtsträchtige Tag der Deutschen. Ganz Deutschland feiert ein verdammt wichtiges Ereignis, das sich 1989 abspielte – ist sicher wichtig, solange man sich nicht in Selbstbeweihräucherung verliert, speziell wenn man nicht dabei war und keinen Anteil an der friedlichen Revolution hatte. Insofern fand ich die Aktionen von Greenpeace dieser Tage bemerkenswert, beispielsweise »Klimaschutz kann nur gemeinsam gelingen!«.

Hier in Trondheim … nein, da kann ich keine qualifizierte Meinung zu abgeben,2 ob das bei den Norwegern hier ankommt oder gar wichtig ist. Hier passiert aber unabhängig davon kurioses, zumindest in meiner kleinen Welt heute.

Nummer eins: da haben Leute am Wochenende Zeugs aus einem nicht abgeschlossenen Büro bei uns rausgetragen. Vermutlich sind sie durch eine provisorische Tür ins Gebäude gekommen, die nicht so gut verschlossen war, wie die anderen. Beute: ein Laminiergerät und eine IKEA-Tüte – die überaus coolen Atemgeräte oder die fetzigen bunten Post-it® aus Recycling-Papier haben sie liegen lassen. Selbst schuld!

Nicht lang danach haben wir dann mal erfolgreich den Gasalarm ausprobiert. Fazit: die Sensoren, die Wasserstoff detektieren sollen, tun das tatsächlich. Die Notfallventile werden dicht gemacht und das Gebäude wird erfolgreich evakuiert. Nur bisschen kühl ist es in der halben Stunde draußen vor der Tür bis die Feuerwehr verifiziert hat, dass keine Gefahr mehr besteht. Achso ja, war nicht mit Absicht, Prozedur war richtig, alles weitere nennt man wohl Verkettung unglücklicher Umstände. Die Experten waren ein bisschen ratlos, wirkliche Gefahr bestand aber zu keiner Zeit und beim nächsten Gasflaschen wechseln vorsichtig sein sollte ausreichen.

Aller guten Dinge sind drei. Was mir in 10 Jahren als Brillenträger nicht passiert ist: heute war es soweit. Beim Aufsetzen des Fahrradhelms und Rumfummeln mit dem Schlauchtuchding über die Kopfhörer vom iPod und unter den Fahrradhelm hab ich die Brille fallen lassen. Glas gegen Fliesen ging heute 0:1 aus und das linke Glas besteht jetzt aus zwei Hälften plus etliche schwer zu zählende Splitter – fünf Wochen bevor es wieder nach Deutschland geht.3 Jetzt überlege ich natürlich, ob ich mal zum Optiker gehe und mir eine grobe Schätzung für neue Gläser geben lasse oder hier die restliche Zeit so über die Runde komme. *hmpf*

Hmm nochwas? Zwei Kleinigkeiten noch. Nach wochenlanger Leere im Briefkasten heute gleich drei Sendungen. Die Rechnung für das Jahresabo c’t war deutlich höher als zu Studentenzeiten und meine ersten Travel Bug Dog Tags sind angekommen. Damit werde ich dann den plüschigen Schlüsselanhänger, den ich von meinen »Schwiegereltern«4 geschickt bekommen habe, auf direktem Weg zurück nach Blankenburg schicken.5

Ach und an dieser Stelle einen lieben Gruß an meine Mitbewohner in Magdeburg, die gerade in den Geburtstag von A. reinfeiern, und herzlichen Glückwünsch an A. natürlich! Bald ist die schöne Zeit vorbei und ich bin wieder da … :-P

  1. ja wirklich, siehe allwissende Müllhalde []
  2. auch wenn Holgi im Bluemoon auf Radio Fritz! das heute gern so hätte []
  3. Schon der dritte Halbgeviertstrich in diesem Beitrag. Super, oder? []
  4. genau so stand das in der Geburtstagskarte!!1elf! []
  5. für die Freaks: TB2R0CX nach GCM3NE []

Inoffizieller Keks-Halbjahres-Rückblick 2009

November 4th, 2009

IMG_9109

Ich habe immer ein paar Kekse im Büro liegen. Hier in Norwegen ist das umso wichtiger, da die Verteilung der Mahlzeiten hier etwas anders ist als in Deutschland. Der Norweger schmiert sich Stullen und wenn man in Deutschland mittags in die Kantine geht, isst man in Norwegen diese Stullen. Warm gegessen wird abends. Die Kekse sind für die lange Zeit zwischen »Lunch schon aufgegessen« und »endlich was warmes«.

IMG_9222 Alternativ kann man auch Kekse futtern, wenn man krank zu Haus ist und sich zu schwach fühlt, vor die Tür zu gehen.1 Wobei ich mir hier und heute lieber die Sorte Bixit wünschen würde. Das sind so dicke Haferkekse, ähnlich wie Hobbits in Deutschland, nur noch mit Zuckersirup drin, geht somit ein ganz bisschen Richtung Weihnachtsgebäck. Da fällt mir ein: Was ist aus der halben Rolle von der Sorte geworden, die ich mit nach Italien genommen hatte. Liegt die immernoch in Magdeburg oder wurde die mittlerweile verzehrt?

img_9895 Jedenfalls hab ich hier heute nur die KORNMO, Vollkorn-Kekse, also Weizen-Vollkorn und laut Packung können die mit Brunost serviert werden. Auf das Zeug gehen die Norweger und gewisse Zugezogene ja total ab, ich komm da irgendwie nicht ran. Ach und die Sorte Kekse ist so lala, vielleicht geht’s mit Blaubeermarmelade, ansonsten eher was, wenn man Hunger und nichts anderes da hat.

img_9894 In die Kategorie: »Bevor ich verhungere, ess ich auch diese Kekse«, gehört die Sorte aus der großen blauen Dose. Das dürfte hauptsächlich an den Unmengen Kokosflocken liegen, die dort eingebacken wurden. Gruselig sowas! Unterdessen kann ich nachreichen, dass KORNMO durch Blaubeermarmelade nur wenig aufgewertet werden. Die Krümeligkeit ist immernoch gegeben und dieses Käsebild will nicht verschwinden …

Von der Krümeligkeit erinnern sie vielmehr noch an die Digestive, die nicht so sehr vollkornig, dafür ziemlich blass im Geschmack und eher Ballaststoff als leckerer Keks waren. Die Krone der Ballaststoffe haben sie damit aber nicht erreicht, die gehört zweifelsohne den RUGKJEKS. Also die waren pur eher wie zu flachen Scheiben verpresstes Vogelfutter. Die Zuordnung der Bilder zu den einzelnen Absätzen ist übrigens kaum gegeben – keine Beschwerden bitte, ich bin krank und außerdem steht das überall drauf, was das für Kekse sind.

img_9899 Kommen wir also zu den Gewinnern der Sparte »Bester norwegischer Keks 2009«! Den ersten Platz teilen sich Emilies Havre & Bare Bær mit Safari. Erstere sind süße Haferkekse mit Rosinen und Moosbeeren, super lecker, nur leider auch super teuer. Die anderen sind bezahlbar, klein und rund und mit Splittern aus Milchschokolade. Das ist nicht zu schokoladig und vor allem keine solche Sauerei wie immer mit den Keksen mit kompletter Schokoglasur oben, unten oder überall.

Eine Sorte hat es leider nicht zu bebildertem Ruhm geschafft: die billigsten Kekse hier überhaupt. Die erinnerten an gestreckte Butterkekse und waren farblich und geschmacklich sehr blass irgendwie, im Nachhinein auch in der Erinnerung, zumindest was den Namen betrifft.

Alle weiteren Cookie-Gags oder Hinweise darauf, was ich heute in der fiebrigen Dösigkeit sonst noch so gemacht habe, wurden im Sinne der Abrundung des Beitrages ersatzlos gestrichen.

  1. Ach wie schön, dass es Internet gibt. Da bleibt die eigene Wehleidigkeit nicht auf heimischen vier Wände beschränkt … []

Verdienter Urlaub

October 27th, 2009

Keine Panik, nicht ich, noch nicht. Aber ich habe heute nach einer längeren Diskussion1 herausgefunden, wie das hier in Norwegen – oder sagen wir hier an der NTNU – so mit dem Urlaub für die Mitarbeiter funktioniert, oder besser gesagt mit dem bezahlten Urlaub.

Zunächst hat man mal grundsätzlich Urlaubsanspruch, egal wieviel man schon gearbeitet hat oder wie lang der Vertrag läuft, anteilig natürlich, ganz normal soweit und in der auch in Deutschland gewohnten Menge von etwa zwei Tagen pro Monat.

Dann ist das aber so, dass ich mir den bezahlten Urlaub für das nächste Jahr in diesem Jahr verdienen muss. Dazu sind keine besonderen Anstrengungen nötig, man muss nur der normalen Arbeit nachgehen. Arbeite ich also das ganze Jahr 2009 normal von Januar bis Dezember ist mein Urlaub 2010 bezahlt. Umgekehrt gilt dann aber auch, dass mein Urlaub 2009 unbezahlt ist, wenn ich mir den nicht 2008 verdient habe.

Ein bisschen vertrackt wird es jetzt mit dem hier vorliegenden befristeten Vertrag von 6 Monaten. Zunächst gilt, dass mein Urlaub 2009 unbezahlt ist, weil ich mir den ja 2008 nicht verdient habe. Andererseits wird mir der Urlaub, den ich mir 2009 für 2010 verdient habe, am Ende meines Vertrages irgendwie in Form von Geld vergütet, weil ich den 2010 ja nicht nehmen kann mangels Arbeitsvertrag. Diese nachträgliche Auszahlung des Anspruchs ist unabhängig davon wieviel Urlaub ich 2009 nehme. Eine Umkungelei den bezahlten Urlaub für 2010 nicht auszahlen zu lassen sondern auf den Urlaub von 2009 anzurechnen scheint es nicht zu geben.

Warum scheint? Nun, ich war froh, das soweit wie beschrieben rausgefunden zu haben. Ich wollte die Dame da nicht noch weiter belästigen und das klang auch nicht so, als gäbe es außer diesen einfachen Regeln noch irgendwelche weiteren Ausnahmen. Ich hoffe, es konnten alle den obigen Ausführungen folgen…

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bekomme nächstes Jahr eine bestimmte Menge Geld, egal wieviel unbezahlten Urlaub ich dieses Jahr noch nehme. So ist das – hier so. :-)

  1. Sprachschwierigkeiten ;-) []

Here Be Dragons

October 25th, 2009

img_9929

Wie beginnt man einen Blog-Eintrag, wo man drei wirklich nur sehr lose verbundene Themen irgendwie verknüpfen will? Am besten räume ich mal mit der losesten Verbindung zu Anfang auf. Wir waren heute auf dem Hügel hier in der Nähe des deutschen Soldatenfriedhofs nahe der Kirche, die auf dem Bild oben zu sehen ist. Um den Lenkdrachen steigen zu lassen, fehlte es leider die meiste Zeit an Wind.1 Solche Drachen heißen auf englisch nicht etwa dragon sondern kite. Dennoch war es ein weiterer Tag mit schönem2 Wetter diese Woche und ich nahm wiederum tolle optische Eindrücke von diesem Ort mit, wie auch die letzten Male, ein bisschen magisch scheint er zu sein, wenn man so will.

Die düster dargestellte Kirche, lässt mich die Überleitung zu dem zweiten Thema finden. Die Christlich Demokratische Union hat nun mit ihrer »sozialen« Schwesterpartei und Kollege Westerwave dieser Tage einen Koalitionsvertrag zusammengezimmert, der den Weg in die soziale Kälte in Deutschland klar vorgibt. Ganz düster sowas. Holgi hat das heute nachmittag bei Twitter schon kommentiert und fefe hat sich den Mist tatsächlich durchgelesen.3 Andere sehen es übrigens ähnlich düster4 und ich kann wenigstens die resignierte Empfehlung von Benjamin Birkenhake stützen, doch mal das Buch Farenheit 451 zu lesen – dort treten passend zur Überschrift ja auch so ‘ne Art feuerspeiende Drachen auf.

Tja und schlussendlich ist »Here Be Dragons« auch das Thema des diesjährigen Chaos Communication Congress 26C3, der wie jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr5 in Berlin stattfindet. Mal schauen, ob ich es schaffe, mal einen Tag dort vorbei zu schauen. Ein paar gute Freunde haben schon die Absicht geäußert sich dort ein paar interessante Vorträge anzuhören und zusammen fährt sich’s leichter in die große Stadt.

  1. Mehr Fotos an üblicher Stelle. []
  2. trocken und sonnig, wenn auch kalt []
  3. Ich weiß, ich weiß, fefe’s Blog ist nicht die NY Times. []
  4. wie auch der Spiegelfechter heute bei Telepolis []
  5. dieses Jahr genauer gesagt vom 27.12. bis 30.12. []

Das erste Mal

October 22nd, 2009

In meinem letzten Beitrag hatte ich berichtet, dass ich jetzt regelmäßig bouldern gehe. Eine gute Nachricht Freunde1 – die Regelmäßigkeit wurde bisher nicht unterbrochen.

Dienstag diese Woche war Bouldern, wie ich mir das vorstelle. Nette Leute, so etwa ein halbes Dutzend, alle etwa auf dem gleichen Niveau. Man probiert dann gemeinsam an ungefähr ähnlich vielen Routen (nacheinander, nicht parallel) mit dem notwendigen Anfeuern und Freuen und ist am Ende richtig fertig. Hinterher wollte ich eigentlich unten an der Brücke einen Hamburger kaufen zum Abendessen. Hab ich am Dienstag aber sein lassen, weil es ziemlich voll war. Im Supermarkt an der Kasse ist mir dann aufgefallen, dass auch die Tiefkühlpizza mittlerer Preisklasse über 50 NOK kostet, hätte ich auch die 73 NOK für den leckeren Burger ausgeben können.

Nunja, das mit dem Burger hab ich dann heute nachgeholt und bei schön trockenem Wetter2 auf dem Heimweg gegessen.

Kommen wir zur Überschrift, genauergesagt zu deren Erklärung. Zu Hause angekommen beschloss ich nämlich, dann doch mal in das nette kleine Café in dem niedlichen roten Holzhaus an der Ecke unweit meines Kellerappartements zu gehen. Hab ich also das Buch, was ich derzeit lese, mitgenommen3 und mir einen doppelten Espresso bestellt. Eine halbe Stunde gemütlich im Café sitzen und lesen und es war genauso wie ich es mir immer vorgestellt hab… :D

  1. siehe Futurama []
  2. die ganze Woche ist es hier schon überraschend trocken []
  3. The Drawing of the Three aus der Dark Tower Serie von Stephen King []

Dicke Arme für den Winter

October 13th, 2009

Wenn eine Frau sagt: »Geh Bouldern!« Wenn eine andere Frau fragt, ob man mit zum Bouldern geht?1 Wenn man die Kletterschuhe für die harten Routen eingepackt hat und das coole Shirt aus Italien nicht nur unter dem dicken Pulli tragen will. Wenn man zur Halle nur zwei Minuten vom Büro den Berg runterrollt, der Eintritt pauschal bis Weihnachten abgegolten wird und die Öffnungszeiten von vor dem Aufstehen bis spät in den Abend reichen. Was hält einen da noch gleich vom Bouldern ab? Genau – nichts!

Da war ich dann heute das erste Mal in dem Keller,2 den mein Chef als klein, voll und muchtig beschrieben hatte. Klein stimmt nicht, zumindest nicht verglichen mit den mir bekannten Indoor-Boulder-Möglichkeiten in Magdeburg. Schätzungsweise 50 Meter Wand kommen da schon zusammen, von senkrechter Wand über stark überhängend bis Dach alles dabei. Komplett mit weichen Matten ausgelegt und die Luft ist logischerweise recht staubig, über den dritten Punkt könnte man sich also streiten. Voll war es, war aber auch zu erwarten so zwischen 6 und 8 Uhr abends. Aber es war nicht zu voll, es war genug frei und viel möglich.

Die Routen werden natürlich vom Boulderer selbst definiert. Ein paar nette waren heute schonmal dabei. Da geht definitiv was. Wenn ich’s bis Weihnachten zweimal die Woche dahin schaffe, hab ich sogar den Pauschalbetrag gegenüber dem einfachen Eintritt raus, insofern steht der Plan quasi.

Erwähnenswert am Rande: die nebenbei laufende Musik kam mir überraschend bekannt vor. Da muss ich die Schwedin aus dem Büro nebenan morgen direkt nochmal fragen, ob sie die Band aus ihrer Heimatstadt erkannt hat. Gespielt wurde das Album Clayman der Band In Flames, fetter Göteborg-Metal. *gg*

  1. Obwohl ich annehme Leser zu haben, die mit Begriff nichts anfangen können, erklär ich das heute mal nicht extra. Steht alles ausführlich bei der allwissenden Müllhalde. []
  2. sagt der Boulderer so, auch wenn’s ebenerdig ist []

»Das ist doch das Schöne am Cachen!«

October 13th, 2009

Es begann als typischer Montag Morgen hier. Aus dem Bett gequält, zum Frühstück einen interessanten Artikel über eine mathematische Formel und deren katastrophale Anwendung im Bankensektor gelesen, gefühlt bis halb drei nur Meetings gehabt und dann gegen vier Feierabend. Der Plan für den Nachmittag: Chef leiht das Auto vom Chef darüber1 und wir kaufen einen Radiator, weil es ja im Winter so kalt hier ist.

Auf dem Weg zu einem der größten Einkaufszentren in Norwegen, das sogar einen Eintrag in der englischen Wikipedia hat, warfen wir die ersten Schneebälle des Winters. Wir reden hier von etwa 250m über dem Meeresspiegel am 12. Oktober!2 Fotos haben wir davon keine gemacht. Für die Trondheimer ist das kalter Kaffee und in Deutschland glaubt das sicher auch mit Foto keiner, dass das frischer Schnee ist und ungefälschte Originalaufnahmen sind.

Eingekauft haben wir dann den gewünschten Radiator, viel zu teure DVD-Rohlinge, kein3 Notebook-Netzteil und ein paar unheimlich günstige silbrige Scheiben mit 12cm Durchmesser und audiovisuell hoffentlich begeisterndem Material.4 Dazu die mittlerweile in diversen Supermärkten gewachsene Erkenntnis, dass es in Norwegen zwar Shrimps in Eimern aber keine Kirschmarmelade zu kaufen gibt.

Auf dem Weg zurück wurde ich dann noch zu einem mittlerweile archivierten GeoCache geführt. Direkt in der Zivilisation erhob sich ein Hügel von im Dunkeln geschätzten vielleicht 5000 m², der mit überaus dichter Vegetation in Form von Bäumen, Sträuchern und ähnlichem Gestrüpp überzogen war. Eine Machete wäre praktisch gewesen. Etwas spannender fand ich da noch die im Urlaub gekauften Wanderschuhe. Das dünne Eis auf der etwa 5cm tiefen Pfütze hielt nicht so sonderlich, Schuh komplett unter Wasser, aber Gore-Tex® ist tatsächlich wasserdicht, schon irgendwie beeindruckend.

Aprospos diese Schuhe: Am Freitag bin ich mit von der Arbeit nassen Socken5 in die Schuhe rein und im Regen nach Haus gefahren. Aus den Schuhen raus, waren die Socken trocken. Das war so ein krasser Living-The-Future-Moment, so wie neulich, wo ich auch beim Cachen mitten im Wald steh – weit abseits der Zivilisation – und erstmal in glasklarer Qualität mit meinem Bruder telefoniert hab, der mehr als tausend Kilometer weg in Deutschland war. Amazing!

Achso ja, das Zitat von S. kam nachdem wir dann doch die total versiffte Plastedose gefunden hatten und uns durch das dichte Unterholz zurück zum Auto kämpften. ;-)

  1. Zwei Etagen über dem diplomierten Ingenieur fährt man in Norwegen übrigens einen geschätzt 15 Jahre alten Nissan. []
  2. Ich bin immernoch guter Dinge, dass zu meinem Geburtstag auch hier unten Schnee liegt oder wenigstens beim Chef vor der Haustür. []
  3. gab’s nicht []
  4. Unter anderem Tonträger von Metallica und Kings Of Leon []
  5. Ryddedag mit Außeneinsatz. Fragt nicht, deutsches Aprilwetter ist nichts dagegen! []